Fische füttern: Richtiges Futter, richtige Futtermenge

Fische füttern - Auswahl verschiedener Futtersorten

Wie man Fische füttern sollte, hängt stark vom jeweiligen Fisch ab. Hier findest du alle Infos über Fischfutter und Inhaltsstoffe für verschiedene Arten von Zierfischen. So gelingt es dir ganz einfach, das passende Futter für deine Fische auszuwählen.

Wie viel Fischfutter?

Als Faustregel hört man oft, dass man nur einmal täglich so viel füttern sollte, wie die Fische innerhalb von zwei bis drei Minuten komplett auffressen. Ein gelegentlicher Fastentag ist Fischen oft zuträglich. Das passt für aktive Einzelfische und für die meisten Gruppenfische („Schwarmfische“) recht gut.

Für einige Fische ist das aber nur schlecht umsetzbar: Einige Tiere sind dämmerungs- oder nachtaktiv, oder fressen versteckt, sodass man sie nicht genau beim Fressen beobachten kann. Andere sind scheu oder sind Lauerjäger, sodass sie Futter erst nach und nach erbeuten. Sind Fische besonders aktiv oder gerade in der Balz- oder Laichzeit, kann das den Energiebedarf erhöhen. Hier solltest du auf dein Bauchgefühl hören oder im Zweifelsfall erfahrene Halter und Züchter nach der Futtermenge fragen, mit der sie ihre Fische füttern.

Aber grundsätzlich gilt: Im Zweifelsfall schadet ein Zuviel an Futter mehr, als ein Zuwenig. Denn zu viel Futter belastet das Wasser und sorgt für eine Verfettung der Fische, was die Lebenserwartung vermindert. Gerade in einem kleinen Aquarium oder Nano-Aquarium kann das Becken die überschüssigen Nährstoffe, die dadurch eingetragen werden, nur schlecht verkraften und ein garnelensicherer Filter (Schwammfilter) setzt sich durch zuviel Futter schnell zu. Wird das Wasser trüb, riecht komisch oder kippt das Aquarium gar um, ist nicht selten ein Zuviel an Futter verantwortlich.

Keine Sorge um die Tiere: Auch in der Natur finden Fische oft über längere Zeit nur wenig Nahrung. Hungern sollten deine Fische aber natürlich nicht müssen! Wohlgenährte Fische haben keinen eingefallenen Bauch. Vergleiche bei Bedarf mit Bildern gesunder Tiere, wenn du dich fragst, ob deine Fische zu dick oder zu dünn scheinen.

Fische füttern: Wie erkennt man ein hochwertiges Fischfutter?

Minderwertiges Futter für Aquarientieren enthält viele Füllstoffe. Diese sind billig in der Produktion, sodass auch die Futter günstig angeboten werden können. Allerdings sind solche Füllstoffe nicht gut verdaulich. Dadurch steigt die Menge an Ausscheidungen der Fische, was zu Algenwachstum, schlechten Wasserwerten und Keimbelastungen führen kann.

Was sind billige Füllstoffe im Fischfutter?

Wenn einige der folgenden Bestandteile ganz vorne in der Liste der Inhaltsstoffe stehen, handelt es sich eher um kein hochwertiges Futter. Als billige Füllstoffe gelten unter anderem Getreide (z.B. Weizenmehl) sowie tierische und pflanzliche Nebenerzeugnisse.

Günstige Inhaltsstoffe für Fischfutter sind auch Fischnebenerzeugnisse und Fischmehl. Beide sollten nicht Hauptbestandteil des Futters sein, sind für fleischfressende Fische jedoch in Maßen durchaus geeignet. Unter Fischnebenerzeugnisse versteht man alles, was nach Produktion der von Menschen verzehrten Fischfilets übrigbleibt, sprich die Innereien, Flossen, Häute und Gräten. Fischmehl kann ebenfalls solche Fischnebenprodukte, aber auch ganze Fische (oder Teile davon) enthalten, beispielsweise den unerwünschten Beifang aus der Fischerei.

Welche Inhaltsstoffe sind empfehlenswert?

Gute pflanzliche Bestandteile sind beispielsweise Algen wie Spirulina oder Kelp und in kleineren Mengen auch Pflanzenextrakte, Kräuter oder Gemüse.

Empfehlenswerte tierische Proteinquellen sind Fisch (z.B. Lachs oder Hering) sowie Krill, Artemia, Shrimps oder andere Weich- und Krebstiere.

Ein Zusatz an Vitaminen, Mineralstoffen, hochwertigen Ölen und Fetten sowie kleine Mengen Hefe kann das Futter aufwerten. Einige Hersteller setzen Zusätze ein, die Verdauung oder Immunsystem stärken sollen, beispielsweise Mannan-Oligosaccharide (MOS) oder Beta-Glucane.

Welches Futter für welche Fischart?

Verschiedene Fischarten benötigen ein unterschiedliches Futter. Tipps für das richtige Fischfutter findest oft bei Beschreibungen der Arten (im Zweifelsfall bitte immer zwei oder drei Seiten gegenchecken, denn hier können vereinzelt auch Falschinformationen lauern). Achtest du auf einige wichtige Punkte, kannst du aber sehr einfach selbst herausfinden, welches Futter sich für welchen Zierfisch optimal eignet.

So findest du heraus, wie du deine Fische füttern solltest
Folgende Punkte solltest du beachten, um das Futter auszuwählen. Genauere Infos zu all diesen Punkten findest du weiter unten.

  • Fressen deine Fische am Boden, in der Mitte oder von der Wasseroberfläche?
  • Gehören deine Fische zu den Allesfressern, oder bevorzugen sie spezielle Kost?
  • Welche Größe an Futter lässt sich von deinen Fischen bewältigen?

Fische füttern mit Flocken, Pellets, Lebendfutter?

Fischfutter kann sehr vielfältig aussehen. Bekannt sind oft vor allem die Flocken, aber es gibt auch verschiedene Granulate, Tabletten oder Sticks. Tierische Kost kann in Form von Lebendfutter und Frostfutter verabreicht werden.

Welches Futter davon sich gut eignet, kannst du durch die oben genannten Fragen ebenfalls gut herausfinden. Denn dadurch wird klar, ob das Futter eher tierische oder eher pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten sollte und ob es schnell, langsam oder gar nicht zu Boden sinken sollte.

Fische füttern – oben, Mitte, unten

Wo fressen deine Fische in der Natur normalerweise? Dies sollte mit dem Futter nachgebildet werden. Flocken bleiben länger an der Oberfläche und sinken nur langsam, was für Fische ideal ist, die sich vor allem in der Mitte des Aquariums aufhalten.

Einige Welse und Bodenfische suchen ihr Futter nur am Bodengrund, sodass hier ein schnell absinkendes Fischfutter notwendig ist, beispielsweise Wels-Tabletten, Chips oder Pellets.

Fischfutter für Pflanzenfresser, Fleischfresser, Allesfresser, Aufwuchsfresser

Die meisten Fische sind Allesfresser, einige haben aber spezielle Ansprüche und bevorzugen Pflanzenkost, tierisches Futter oder raspeln Aufwuchs von Oberflächen. Für alle diese Tiere gilt aber, dass die Ernährung mit einer einzigen Sorte Fertigfutter wenig artgerecht ist. Sorge für ein wenig Abwechslung, mit verschiedenen Futterarten, einem Ergänzungsfutter oder Lebend- und Frostfutter.

Die meisten Zierfische sind Allesfresser (Omnivoren)

Viele beliebte Zierfische sind Allesfresser (Fachbegriff: Omnivoren). Omnivore Fische kannst du mit handelsüblichem Futter ernähren, das sowohl tierische als auch pflanzliche Inhaltsstoffe enthalten darf. Ab und zu nehmen so gut wie alle omnivoren Fische auch Frostfutter und Lebendfutter gerne an.

Abwechslung und Aktivität durch Lebendfutter
Lebendfutter regt zudem den Jagdtrieb an und sorgt für Bewegung, was nicht nur für die Fische eine schöne Abwechslung ist, sondern auch beim Zuschauen Freude macht.

Fleischfressende Fische füttern: Futter für Carnivoren

Fleischfressende Fische (carnivore Fische) ernähren sich in der Natur vorwiegend von anderen Tieren. Dazu können je nach Fischart Krebstiere, Weichtiere, Mückenlarven, andere Fische oder Kleinstlebewesen gehören, sowie manchmal auch Fluginsekten, die auf der Wasseroberfläche landen.

Fleischfressende Fische ernährst du am besten mit Fertigfutter, das einen hohen Anteil tierischer Proteine hat. Besonders artgerecht sind Frostfutter und Lebendfutter.

Pflanzenfressende Fische füttern: Futter für Herbivoren

Es gibt nur wenige Fische, die reine (oder überwiegende) Pflanzenfresser sind. Diese herbivoren Fische fressen in der Natur Algen, Wasserpflanzen, manchmal auch Biofilme oder zu Boden gesunkenes Laub.

Für solche Fische, beispielsweise einige spezielle Buntbarsche und Welse, eignen sich Tabletten oder Granulat mit Algen, Gemüse und Kräutern. Je nach Fischart kannst du manchmal auch Stücke von Wildpflanzen oder Gemüse ins Aquarium geben. Diese sollten aber ungespritzt sein und nicht länger als einige Stunden im Becken bleiben, falls sie nicht gefressen werden, da sie meist relativ viel Nitrat enthalten.

Spezialfall: die Aufwuchsfresser

Einen Sonderfall stellen die Aufwuchsfresser dar, die in der Natur Oberflächen abweiden. Sie benötigen in erster Linie die passenden Oberflächen, auf denen sie die Biofilme und Algen abraspeln, die sich in einem gut eingefahrenen Becken von selbst bilden. Einige Arten raspeln auch Holzoberflächen ab. Dazu gehören die Antennenwelse, die deshalb unbedingt größere Wurzeln im Aquarium benötigen.

Zusätzlich nehmen einige (aber nicht alle) Aufwuchsfresser auch Fertigfutter an.

Größe der Futterpartikel

Es gibt kleine Fische, die trotzdem erstaunlich große Futterpartikel verspeisen können, wenn diese weich genug sind, oder die sich problemlos auch größeres Lebendfutter holen. Andere Fische haben ein kleines Maul und fressen am liebsten winzige Schwebteilchen. Achte darauf, dass die Futtergröße zum Fisch passt. An zu großen Partikeln können Fische ersticken. Zu kleine Partikel werden oft gar nicht als Futter wahrgenommen.

Futterflocken kannst du bei Bedarf mit den Fingern oder in einem Mörser fein zerkrümeln. Granulate gibt es oft auch in der Mini- oder Maxi-Variante für sehr kleine oder große Fische.

Was tun, wenn die Fische nicht fressen wollen?

Haben die Fische bisher gut gefressen und nehmen jetzt plötzlich das gewohnte Futter nicht mehr an, ist immer Gefahr im Verzug. In einem solchen Fall solltest du die Wasserwerte (vor allem Nitrit) kontrollieren, die Temperatur am Thermometer überprüfen und die Fische auf Anzeichen von Krankheiten checken. Auch das Futter solltest du überprüfen, ob es möglicherweise verdorben ist, und gegebenenfalls ein anderes Futter ausprobieren.

Auch neu eingezogene Fische fressen manchmal schlecht. Vielleicht sind sie anderes Futter gewöhnt, oder, wenn es sich um Wildfänge handelt, kennen die Tiere möglicherweise gar kein Fertigfutter. Sehen die Neuzugänge abgemagert aus? Dann waren sie möglicherweise vorher schon unterernährt, sind geschwächt oder sind krank.

Viel hilft nicht viel
Wird nichts oder kaum Futter gefressen, achte trotzdem auf die Futtermenge. Bleibt zu viel nicht gefressenes Futter im Aquarium, belastet das dein Wasser stark. Probiere neue Futter immer nur in kleinen Mengen aus und sauge größere Futterreste ab.

Diese Tipps können helfen, wenn Neuzugänge nicht fressen:

  • Probiere verschiedene Futtersorten mit unterschiedlicher Konsistenz und Inhaltsstoffen aus.
  • Lebendfutter animiert viele Fische zum Fressen.
  • Bei Wildfängen solltest du genau nachforschen, woher sie kommen und was sie in der Natur fressen.
  • Bei Zuchtfischen kannst du beim Händler oder Züchter anfragen, welches Futter sie dort angenommen haben.
  • Hast du verschiedene Fischarten im Aquarium? Dann achte darauf, ob die neuen Fische sich vielleicht durch andere Fischarten gestresst fühlen und deshalb nicht ans Futter gehen.
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